Das Leben des Emil Nolde – Teil 2

Im Jahre 1916 zogen Emil Nolde und seine Ehefrau in ein kleines Bauernhaus in Utenwarf, nahe Tondern an der Westküste in Dänemark gelegen. Trotz seiner Heimatverbundenheit zu Deutschland nahm Nolde zu dieser Zeit die dänische Staatsbürgerschaft an, als sein Geburtsort in Folge einer Volksabstimmung im Jahre 1920 Dänemark zugeordnet wurde.

1926 erwarben Nolde und seine Frau eine Warft nahe Neukirchen, welche die beiden auf den Namen Seebüll tauften. Dort wurde bis 1930 das Wohn- und Atelierhaus Seebüll erbaut, bei dem es sich um einen Kubus mit einem Flachdach handelt. Das Haus wurde, samt des zugehörigen Atelier-Anbaus, nach dem Entwurf von Nolde von dem Architekten Georg Rieve aus Backstein erbaut.

Zudem erwarb das Ehepaar 1929 eine Mietwohnung im Berliner Westend, jedoch wurde das Wohnhaus 1944 während des zweiten Weltkriegs komplett zerstört.

Als in Deutschland der Nationalsozialismus so langsam die Oberhand gewann, löste sich Nolde von früheren Aussagen und gab nun an, dass die germanische Kunst allen anderen weit überlegen sei und sprach sich zudem auch gegen die verschiedenen Stilrichtungen der französischen Malerei aus.

Wie aus der Autobiografie Noldes hervorgeht, die in zwei Bänden erschien, war der Künstler, der auch Mitglied der NS-Parteien in Nordschleswig war, auch antisemitisch eingestellt und denunzierte im Jahre 1933 seinen Widersacher Max Pechstein bei einem Beamten des Propagandaministeriums als vermeintlichen Juden.

Während die Nationalsozialisten Noldes Kunst zunächst schätzten und unter anderem Goebbels zu seinen Förderern gehörte, wurde der Maler mit der Zeit von großen Teilen des NS-Regimes diskriminiert. Dazu trug selbst Adolf Hitler, der Führer selbst, seinen Teil dazu bei, indem er diverse Werke Noldes brandmarkte und diese auf Auktionen beschlagnahmen ließ, unter anderem „Das Leben Christi“.